Daniel Buren, Tony Cragg, Tatsuo Miyajima

27 Jun4 Aug 2012
Buchmann Galerie
‘Daniel Buren, Tony Cragg, Tatsuo Miyajima’, Installation view, Buchmann Galerie, 2012
Installation view
Buchmann Galerie
2012
Daniel Buren, ‘Sans titre’, 1991
Daniel Buren
Sans titre, 1991
White vinyl, transparent Plexiglas on white wall
200,1 x 200,1 cm
78¾ x 78¾ in
Tatsuo Miyajima, ‘Counter Sculpture’, 2000
Tatsuo Miyajima
Counter Sculpture, 2000
Mirror, tape
226 x 390 cm
89 x 153½ in
‘Daniel Buren, Tony Cragg, Tatsuo Miyajima’, Installation view, Buchmann Galerie, 2012
Installation view
Buchmann Galerie
2012
Tony Cragg, ‘Graphea I’, 1992
Tony Cragg
Graphea I, 1992
Glas, acrylic, 3-part
145 x 240 cm
57 x 94½ in
‘Daniel Buren, Tony Cragg, Tatsuo Miyajima’, Installation view, Buchmann Galerie, 2012
Installation view
Buchmann Galerie
2012

Daniel Buren, Tony Cragg, Tatsuo Miyajima

27 Jun4 Aug 2012
Buchmann Galerie
Pressemitteilung

Die Buchmann Galerie Berlin freut sich, eine Gruppenausstellung mit Werken von Daniel Buren, Tony Cragg und Tatsuo Miyajima zu präsentieren.   

 

Daniel Buren benutzt sein „visuelles Werkzeug“, die 8,7 cm breiten Streifen, um die Wahrnehmung des Raumes – in diesem Fall der Wand der Galerie – in subtiler Art zu ändern. Die weißen Streifen spielen mit dem nicht Sichtbaren, dem was zwischen ihnen steht, um die statische Wand dynamisch zu machen. Sie lassen den nicht bewusst wahrgenommenen Raum in der Gegenwart der Wahrnehmung erscheinen. Durch die Erweiterung des Plexiglases über das Motiv der Streifen hinaus und die zentrierte Hängung wird die gesamte Wand Teil des Kunstwerks. Das Werk ist zwischen dem nicht zu fassenden Chaos und der rationalen Wiederholung des visuellen Motives angesiedelt.  

 

Tatsuo Miyajima verwendet ebenfalls ein wiederkehrendes Motiv, leuchtende LED Ziffern, die unendlich von 1-9 oder 9-1 zählen. Counter sculpture benutzt diese spezifische Technologie nicht, sondern zeigt analog riesige Ziffern aus Spiegelglas. Jeden Tag wird eine neue Ziffer nach dem Zufallsprinzip gelegt. Dafür folgt man dem vorgezeichneten Schema auf dem Boden. Die mit dünnen weißen Linien markierten Formen geben den Rahmen für die Ziffern 1-9. Auch hier gibt es also das Spiel mit dem nicht Sichtbaren, das von den möglichen, nicht ausgefüllten Feldern hinterlassen wird.  

 

Die Rolle der Spiegel ist hochsymbolisch. Sie lassen uns erkennen, dass wir in der Erscheinung der Wirklichkeit nur uns selbst spiegeln. Wir sehen die Gesetze der Natur nur durch unsere aktuellen wissenschaftlichen Modelle. Miyajimas Ziel ist es, uns die Begrenztheit dieses Systems vor Augen zu führen: es gibt nur 9 Ziffern, um eine unendlich große, nicht greifbare Wirklichkeit einzufangen.  

 

Während Miyajima als Datenforscher in der Meteorologie arbeitete, fing Tony Cragg als Chemielaborant an. Beide beschäftigen sich mit der Beziehung zwischen Naturwissenschaft und Kunst. “Bei meiner Arbeit geht es mir nicht um eine Nachahmung der Natur oder Evolution, im Mittelpunkt stand vielmehr schon immer das enge Festhalten an den Grundlagen der Strukturfindung“. (Tony Cragg)  

 

Die ausgestellte Arbeit Graphea I ist eine der ersten, in der Cragg die Zeichnung als eigenständiges Werk behandelt. Cragg spielt mit der Transparenz und Reflexion der Materie des Werkes. Die Zeichnung ist auf die schwarze Akrylfläche gekratzt und zeigt das Weiß der Wand. Der Titel der Arbeit scheint ein Wortspiel zu sein, er bezieht sich auf zwei Wirklichkeiten: Graphea ist der wissenschaftliche Name eines Schmetterlings, die Form der Arbeit lehnt sich daran an. Der lateinische Wortstamm graphis heißt Zeichnung. Beide Bedeutungen verschmelzen, wenn man bedenkt, dass es auch Zeichnungen auf den Flügen dieses Schmetterlings gibt. Ein wunderbares Beispiel für Tony Craggs Arbeitsweise, in der er stets versucht ein Netz zwischen Wörtern, Bedeutungen, Wirklichkeit und Kunst zu schaffen.   

 

Für weitere Informationen über die Künstler und für Bildmaterial zu den Arbeiten können Sie sich gerne jederzeit mit der Galerie in Verbindung setzen.

Chiba City Museum of Art, 2020
Verlag der Buchhandlung Walther König, 2019
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Kunstsammlung Chemnitz, 2018
Verlag der Buchhandlung Walther König, 2017
Yorkshire Sculpture Park, UK, 2017
Buchmann Galerie Berlin, 2017
Museum of Contemporary Art Australia, 2017
Éditions Xavier Barral, 2017
Von der Heydt Museum Wuppertal, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2016
Buchmann Galerie Berlin, 2015
Ca' Pesaro, Galleria Internazionale d'Arte Moderna, Venezia, 2011
Buchmann Galerie Berlin, 2011
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